Club in Trier mit längerem Atem
Aufgrund der besseren Kondition hat der 1. FC Nürnberg beim wahrscheinlichen Halbfinalgegner um die Meisterschaft, die DJK/MJC Trier, 36:32 (17:18) gewonnen. Mit diesem Erfolg festigte der Club Platz 1, darf sich aber an den letzten beiden Spieltagen gegen den Thüringer HC und bei der TSG Ketsch keinen Punktverlust leisten, denn der HC Leipzig liegt nach seinem 33:26 in Thüringen nach wie vor punktgleich auf Rang 2.
Schon das Ergebnis sagt aus, was gut und schlecht am Nürnberger Spiel war. "Die 36 geworfenen Treffer sind in Ordnung, aber die 32 gegen uns eindeutig zu viel", nannte Trainer Herbert Müller das Kind beim Namen. Gegen die stark ersatzgeschwächten Miezen, denen vier Stammspielerinnen aufgrund von Verletzungen und Schwangerschaft fehlen, tat sich der Favorit 40 Minuten lang sehr schwer. Schon in den ersten Sekunden, es stand gerade 1:0 für Trier, wurden zwei Siebenmeter verworfen. Am Ende des Tages sollten es deren fünf sein. So lief der FCN ständig einem Rückstand hinterher, der zwischenzeitlich fünf Tore betrug (9:4).
Besonders Oxana Pal, die an ihrem 27. Geburtstag aus dem Rückraum ein ums andere mal traf, bekamen die Fränkinnen nie in den Griff. Sieben Mal traf sie aus dem Spiel heraus, wobei die Deckung alles andere als gut aussah. "Die Abstimmung stimmte hinten einfach nicht. Das war schon im Pokal in Frankfurt zu sehen", so Müller, der nach zehn Minuten allerdings auch nur zwei eigene Treffer bejubeln konnte. Bezeichnend für das Nürnberger Spiel in den ersten 30 Minuten war, dass pünktlich mit dem Pausenpfiff das 18:17 für die Moselstädter fiel. Einer von vielen vermeidbaren Gegentreffern.
Somit blieb die Hoffnung, dass erneut die stärkere Kondition den Ausschlag geben wird, wer die beiden Punkte mit nach Hause nimmt. Beim 26:25 gingen die Gäste erstmals in Führung, die fortan auch nicht mehr wechselte. Marianna Gubova, die beim Stand von 8:3 für die DJK die glücklose Sylvia Harlander abgelöst hatte, hielt stark und ließ sich auch von mehreren Gesichtstreffern nicht schocken, die folgten, als die Schiedsrichter bereits abgepfiffen hatten. In der Offensive erwischte Franziska Beck einen Glanztag, die sofort nach der Halbzeit kam und fünf Mal den Ball im Netz unterbrachte. Überhaupt waren die Wurfquoten nicht schlecht; neben Beck konnten auch Kathrin Blacha, Ania Rösler, Geburtstagskind Stephanie Ofenböck, die 26 Jahre alt wurde, und Barbara Strass zufrieden sein.
Da nutzte es auch nichts, dass Maren Baumbach immer mehr das Heft in die Hand nahm und immerhin noch zu acht Toren kam. "Mir war klar, dass Trier nicht noch mal so auftritt wie bei der Pokalniederlage in Göppingen. Das war heute höchstes Niveau und ein Kampfspiel. Auch das gehört zum Spitzenhandball dazu", sagte Müller. Sein Kollege Spasoje Skercevic sah es genau so. "Was wir geleistet haben, war Werbung für den Handball. 40 Minuten lagen wir vorn, aber vier Ausfälle sind für uns nicht zu kompensieren. Ich bin stolz auf meine Mannschaft."
Trier: Gräfer (12 Paraden, 43 Würfe, 7m: 1/9), März (5/10, 7m: 1/2); Thomas (1 Tor, 3 Würfe), Nikitenko (4/7), Schneider (2/2), Pal (13/15, 7m: 6/6), Pütz (0/2), Meier (1/7), Baumbach (8/12, 7m: 0/1), Althaus (3/5, 7m: 0/1).
Nürnberg: Harlander (0/9, 7m: 0/2), Gubova (15/38, 7m: 1/6); Rohde (4/8), Ofenböck (4/7), Wohlbold (0/1), Rösler (5/9), Iskenderoglu (7/13, 7m: 5/8); Tobiasz (1/3), Walzik (1/3), Beck (5/6), Strass (2/2), Engel (1/5, 7m: 1/3); Blacha (6/7).
Schiedsrichter: Moles, Pittner (Heddersheim, Hembach), Zuschauer: 1100, Siebenmeter: 8/6 - 11/6, Strafminuten: 6 - 8.
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