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Crossgolf: (Firegolfer Crossgolf Germany)
Eine Nachricht aus dem Portal Freestyle Aachen
 
Ein stilles Örtchen, Kreativität, Schläger und Ball: Mehr braucht nicht, wer Crossgolfer werden will. Elitesport an allen Orten: Philipp Bendick schaute zu.

Für einen Moment scheint der Mann im Blaumann seinen Augen nicht zu trauen, als er aus seiner Werkstatt am Hawerkamp schaut: Auf dem ausgeschlachteten Autowrack steht der André Jeschke mit seinem 7er-Eisen und holt zum Schlag aus. Zertrümmert werden soll das Cabrio keineswegs. Das würde letztendlich Punktabzug bedeuten. Der Abschlag zum 50 Meter entfernten Container soll glücken, mehr nicht. Und das passiert auch in Perfektion. Auf Parabelbahn fliegt der Golfball nach elegantem Schwung in die gewünschte Richtung und schlägt lautstark im „Loch“, einem alten Container ein. Hole in one. Der Mechaniker hat verstanden und ist direkt interessiert. „Ihr spielt dieses neue Golf, richtig?“ Richtig. Crossgolf oder kurz X-Golf nennt sich die Alternative zum Nobelsport auf englischem Rasen und ist das, was André und Freunde auf dem alten Industriegelände demonstrieren. Quintessenz der Szene auf dem Schrottwagen: Crossgolf hat Münster schon erreicht, wenn auch scheinbar nur vom Hörensagen. Der Student und „Firegolfer“ André Jeschke will das jetzt ändern. Vor einigen Jahren wurde er zum ersten Mal damit konfrontiert, heute ist er Enthusiast, Szenegröße und seit kurzem wohnhaft in Münster.
Das Prinzip des X-Golfs: Man nehme den normalen Golfsport und ziehe alles ab, was diesen für viele unattraktiv macht: Karohosen, allzu kleinliches Regelwerk, Etikette und Clubhaus-Smalltalks werden ersatzlos gestrichen. Die Devise, ein Ziel mit möglichst wenigen Schlägen zu erreichen, bleibt unberührt. Unterm Strich ergibt das Spaß mit Gleichgesinnten, die weder die Platzreife noch ein hohes Budget mitbringen müssen. Lediglich zwei, wenn auch wichtige Bedingungen muss ein guter Cross-Golfer mitbringen. Zum einen eine ordentliche Portion Kreativität. Denn der Parcours wird vor Ort bestimmt, gut und erlaubt ist, was den nötigen Spaßfaktor mitbringt. Abschläge von einem fahrenden Motorrad, vom Rheinufer in eine schwimmende Gummiinsel oder von der Tribüne eines Fußballstadions ins Tor hat André beispielsweise schon hinter sich. Zum Anderen muss jeder X-Golfer das nötige Gefühl für Sicherheit mitbringen, eigentlich die einzige feste Regel in dem Sport.
Wird man von einem Golfball aus einigen hundert Metern getroffen, „dann ist´s schnell vorbei.“ Auch deswegen sind Industrieruinen, neben Atmosphäre und zahllosen Spielmöglichkeiten, gerade wegen ihrer Einsamkeit eine besonders beliebte Kulisse. „Wir spielen nur da, wo es keinen stört.“ Sprich: Wo niemand verletzt wird und nichts kaputt geht.Ach ja, Schläger und Bälle sind unabdingbare Voraussetzung. Ein voll bestücktes Golfbag ist schon zuviel des Guten, ein Eisen reicht für den Anfang, hin und wieder greifen Crossgolfer noch zu Holz oder Wedge, allerdings so gut wie nie zum Putter. Schotter, Asphalt und Wiesen machen deren Einsatz unmöglich. Diese Szenerie bringt auch mit sich, dass der Ballschwund enorm ist. In verwinkelten Ruinen, auf grünen Wiesen oder alten Kanalbecken finden sich die Bälle kaum wieder.
Andrés Vision, Crossgolf zu etablieren, ist schon ein ganzes Stück geglückt. In Krefeld gründete er vor Jahren den Verein „Firegolfer“ und spielt seitdem nicht nur auf Turnieren in der ganzen Republik sondern schlägt auch auf Promotion-Events und Managerseminaren. Vor einer Woche ging er beispielsweise für einen TV-Beitrag mit der brasilianischen Miss Intercontinental Jana Ina an der Nordsee im Watt Golfen. Enstprechend dem bundesweiten Medieninteresse scheint dieser Trendsport auch im Münsterland Potential zu haben. In Münster agiert mit dem Crossgolf Syndikat eine erste Hobbytruppe. André will seine Firegolfer-Idee in größerem Stil nach Münster exportieren. Als Kurs im Hochschulsport oder einfach für alle mit Lust und Laune.
Weitere Infos www.firegolfer.de


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Autor: anje
Artikel vom 07.01.2005, 22:44 Uhr
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